Was London im Advent ausmacht
Die Kaufhäuser sind der Grund, warum man dafür über den Kanal fährt: Harrods in Knightsbridge, Selfridges und Liberty an der Oxford Street, Fortnum & Mason am Piccadilly, Hamleys für Spielzeug in der Regent Street. Alle dekorieren ihre Schaufenster für die Saison, und Selfridges eröffnet seine Weihnachtsabteilung traditionell schon im Spätsommer. Dazu kommen die Lichter über den Einkaufsstraßen, die im November eingeschaltet werden, Winter Wonderland im Hyde Park mit Eisbahn und Buden von Mitte November bis Anfang Januar, und die Märkte am Southbank und am Leicester Square.
Wer die Menschenmassen scheut, kommt unter der Woche und vormittags. Samstage im Dezember sind in der Oxford Street tatsächlich so voll, wie man es sich vorstellt. Sonntags dürfen große Läden in England nur sechs Stunden öffnen, meist von 12 bis 18 Uhr.
Über Calais–Dover: 90 Minuten
Calais–Dover ist die kürzeste Überfahrt und fährt tagsüber fast im Stundentakt – in unserem Fahrplanarchiv aus dem August stehen bis zu 41 Abfahrten am Tag, jede zwischen 90 und 120 Minuten. Zwei Reedereien teilen sich die Strecke, sodass man selten lange wartet. Ab Dover Priory fahren Züge nach London St Pancras in gut einer Stunde; als Fußpassagier bringt ein Bus vom Fährhafen zum Bahnhof. Die Alternative Dünkirchen–Dover braucht zwei Stunden, ist ruhiger und oft günstiger – sinnvoll, wenn man über Belgien anreist.
Mit dem Auto: bis Dover ja, in die City eher nicht
Linksverkehr, Congestion Charge in der Innenstadt, ULEZ-Umweltzone in ganz London und Parkgebühren, die den Fährpreis in den Schatten stellen – für einen Einkaufstag ist das Auto in London der falsche Begleiter. Bewährt hat sich, es in Dover oder an einem Bahnhof mit Park-and-Ride stehen zu lassen und mit dem Zug weiterzufahren. Wer die Fähre nur für die Einkäufe braucht, fährt als Fußpassagier: Ticketpreise sind niedriger, und man spart sich die Fahrzeugkontrolle.
Papiere, Zoll und was 2026 gilt
- Reisepass: Seit dem 1. Oktober 2021 akzeptiert Großbritannien für EU-Bürger keinen Personalausweis mehr. Kinder brauchen einen eigenen Pass.
- ETA: Die elektronische Einreisegenehmigung ist für EU-Bürger Pflicht. Online beantragen, vor der Abfahrt – am Hafen wird sie geprüft.
- Kein Tax-free: Die Mehrwertsteuer-Erstattung für Touristen hat Großbritannien 2021 abgeschafft. Preise sind, was auf dem Schild steht.
- Rückreise in die EU: Waren bis 430 Euro je Person sind abgabenfrei, darüber wird verzollt. Alkohol und Tabak haben eigene Freimengen.
- Bezahlen: Karte fast überall, oft kontaktlos; bei Kartenzahlung immer in Pfund abrechnen lassen, nicht in Euro.
Wann fahren
Die Lichter leuchten ab Mitte November, die Auswahl in den Läden ist dann am größten und die Straßen sind noch nicht am vollsten. Das letzte Wochenende vor Weihnachten ist das vollste. Am 25. Dezember ist London geschlossen – Läden, U-Bahn, Busse, auch die Fähren fahren kaum. Der 26. Dezember ist Boxing Day mit den großen Ausverkäufen, die Läden öffnen früh. Die Fährpreise um Weihnachten und Neujahr steigen; unser Archiv kennt für die Kanalstrecken bisher nur Preise aus dem Spätsommer, deshalb nennen wir hier keine.
Häufige Fragen
Reicht der Personalausweis für London?
Nein. Seit Oktober 2021 brauchen EU-Bürger einen Reisepass, dazu die elektronische Einreisegenehmigung ETA.
Wie komme ich von Dover nach London?
Per Zug ab Dover Priory nach London St Pancras in gut einer Stunde. Ein Bus verbindet Fährhafen und Bahnhof.
Gibt es in London noch Tax-free-Shopping?
Nein, die Mehrwertsteuer-Erstattung für Touristen wurde 2021 abgeschafft.
Was darf ich zollfrei mit nach Hause nehmen?
Waren bis 430 Euro je Person, dazu Freimengen für Alkohol und Tabak. Darüber wird bei der Einreise in die EU verzollt.
Lohnt es sich, mit dem Auto in die City zu fahren?
Für einen Einkaufstag nicht: Congestion Charge, ULEZ und Parkkosten. Auto in Dover lassen oder als Fußpassagier fahren.
Abfahrten und Preise aller Reedereien auf einen Blick.
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